Geschichte der KAB
Am 6. Januar 1953 fand auf Initiative von Pfarrer Michael Gotterbarm und Sebastian Frommel die Gründungsversammlung statt. Zu Ihr erschien die gesamte Vorstandschaf des Bezirkes mit Bezirkspräses Geistlicher Rat Liedel, dem damaligen Stadtpfarrer von St. Johann. Bei der Versammlung traten 26 Bürgerinnen und Bürger als Mitglieder bei. Die KAB hieß damals noch Katholisches Werkvolk, aus dem 1971 die Katholische Arbeitnehmerbewegung, KAB, hervorging. Da sich anfangs niemand fand, der die Aufgaben der jungen Gruppe übernehmen wollte, übte der Idealist Sebastian Frommel einige Jahre ein dreifaches Amt als Vorsitzender, Kassier und Schriftführer aus.

1957 trat die KAB der Christlichen Arbeiterhilfe bei und und führte in der Folgezeit jährliche Sammlungen für Bedürftige durch.

Am 1. Mai 1962 wurde bei einem Festgottesdienst das neue Banner geweiht. Anschließend fand im Bräuhaussaal eine Maikundgebung statt. Die Kundgebungen gehörten viele Jahre zum festen Bestandteil der Jahresprogramme. Zu ihnen erschienen auch immer Abordnungen der elf im Bezirk zusammengeschlossenen Gruppen anderer Gemeinden. Namhafte Redner wie Prof. Dr. Hampl und die Landtagsabgeordneten Stefan Höpfinger und Willi Lucke nahmen in Referaten zu aktuellen Fragen Stellung.

Am 1.Mai 1963 wurde das 10-jährige Bestehen der KAB-Gruppe mit einem Gottesdienst gefeiert. Die anschließende Kundgebung stand unter dem Motto "Christus, Herr in unserem Land".

Im März 1970 wuchs die Gruppe um 32 Neumitglieder an. Auf Anregung von Ulrich Müller kam es 1970 zur Gründung des Altenwerks, der Keimzelle des heutigen Seniorenkreises.

Am 1. Mai 1978 konnte das 25-jährige Bestehen gefeiert werden. Nach dem Gottesdienst sprach Stefan Höpfinger zum Thema "Die Kirche und die soziale Frage in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft".

Es gab jedoch auch Krisen in der KAB Boos.

Mitte der 70er Jahre war es Mode geworden, an der KAB öffentlich herumzukritisieren. Auf die Gründe angesprochen, erhielt man keine ehrlichen und offenen Antworten. Dies zeigt ein Zitat aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung von 1977. "Als erstes sprach Herr Bürgermeister Nägele herzlichen Dank aus für alle Arbeit an der Gemeinschaft und für die kulturelle und soziale Arbeit der KAB. Er bat aber sehr eindringlich um Mithilfe und Zivilcourage, um den unsachlichen Kritikern und Hetzern entschieden entgegenzutreten, im privaten Bereich ebenso wie am Wirtshaustisch."
Eine zweite Krise zeichnete sich 1982 ab. Zerwürfnisse und Meinungsverschiedenheiten mit einer maßgebenden Person der Gruppe lähmten die Arbeit, so dass 1982 keine neue Vorstandschaft zustande kam. Nur die Bereitschaft von Ulrich Müller, der kommissarisch die Gruppe weiterführte, war es zu verdanken, das das Ende der KAB verhindert werden konnte. Wäre das geschehen, hätten sich die Kritiker nur gefreut.

1988 war es beinahe wieder so weit, dass die KAB aufgelöst worden wäre. Nachlassendes Interesse oder auch Frust, der teilweise zu Austritten führte, ließen eine sinnvolle Weiterarbeit fraglich erscheinen. Eine denkbar knapp ausgefallene positive Abstimmung über das Weiterbestehen und das Einspringen von Willi Kraus und neuer Kräfte in der Vorstandschaft gaben grünes Licht für die Weiterarbeit. Während früher die Dorfbevölkerung Berührungsängste hatte und die KAB-Mitglieder bei ihren Veranstaltungen unter sich waren, ist zwischenzeitlich offensichtlich doch ein Ruck erfolgt, was sich an zunehmender Beteiligung von Nicht-Mitgliedern am Geschehen der KAB zeigt.

Wenn wir auf 50 Jahre KAB zurückblicken, müssen auch die Mitglieder der Vorstandschaft erwähnt werden:

Erster Vorsitender waren: Sebastian Frommel (7 Jahre), Anton Bürzle (2 Jahre), Ulrich Müller (10 Jahre),Hans Lessmann (6 Jahre), Willi Kraus (15 Jahre).

Zweite Voristzende waren: Hans Lessmann (11 Jahre), Marianne Wolf (6 Jahre), Marianne Esenwein (16 Jahre).

Als Kassier arbeiteten Sebastian Frommel (3 Jahre), Wilhelm Schwarz (41 Jahre), Josef Höller (6 Jahre).

Als Schriftführer waren, allerdings oft nur wenige Jahre, Sebastian Frommel, seine Tochter Hildegard, Josef Höller, Erika Demmeler, Renate Probst, Hildegard Wanner, Else Lessmann und seit 1988 Eduard Probst tätig. Seit 2005 ist Anne Kraus Schriftführerin.

Nicht vergessen seien die geistlichen Präsides, die Pfarrer Michael Gotterbarm (1953 - Mai 1961), Georg Biehler (September 1961 - Februar 1972), Rudolf Böhm (Mai 1972 - 1982) und Josef Nowak (seit Januar 1983). In den pfarrerlosen Zeiten, die jeweils bei einem Pfarrerwechsel entstanden, fand die Gruppe Hilfe die zwischenzeitlich verstorbenen Pfarrer Dorner aus Buxheim und Pfarrer Ritter aus Pless.

Edurard Probst, Rückblick zum 50-jährigen Jubiläum der KAB Boos (gekürzte Fassung)